Altpapier-Recycling

Altpapier ist ein wertvoller Rohstoff, der mehrfach recycelt werden kann. Erfahren Sie, wie Papierrecycling funktioniert, warum die richtige Trennung wichtig ist und was Sie selbst für einen hochwertigen Recyclingkreislauf tun können.

Schild mit Aufschrift Papier, Zeitungen und Zeitschriften

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Altpapier ist ein wertvoller Rohstoff und kann mehrfach recycelt werden.
  • Sauberes und trockenes Papier gehört in die Papiertonne.
  • Verschmutztes, beschichtetes oder nicht recyclingfähiges Papier gehört in den Restmüll.
  • Kartonagen und Pappe können ebenfalls über die Papiersammlung entsorgt werden.
  • Papierrecycling spart Energie und Wasser und schont natürliche Ressourcen.
  • Nach der Sammlung wird das Altpapier sortiert, aufbereitet und zu neuen Papierprodukten verarbeitet.
  • Es wird tendenziell immer weniger Papier entsorgt, dafür nimmt der Anteil der Kartonagen weiter zu.

Was ist Altpapier und warum ist richtiges Trennen so wichtig für das Recycling?

Altpapier umfasst alle gebrauchten Papierprodukte, die als Rohstoff wiederverwertet werden können. Dazu zählen beispielsweise Zeitungen, Kartonagen, Schreibpapier oder Verpackungen aus Papier.

Die richtige Entsorgung ist entscheidend, denn nur sauberes und sortenreines Papier kann hochwertig recycelt werden. Verunreinigungen oder falsche Materialien erschweren den Recyclingprozess. Außerdem werden durch Recycling Energie und Wasser eingespart und natürliche Ressourcen geschont. Die Produktion von Recyclingpapier benötigt nur etwa 50 Prozent der Energie und rund 33 Prozent der Wassermenge von Frischfaserpapier. Pro Kilogramm Recyclingpapier werden zudem bis zu 2,2 Kilogramm Holz eingespart. (Quelle: Umweltbundesamt)

Recyclingpapier schont damit Ressourcen, Ökosysteme und die biologische Vielfalt und hat auch in weiteren Bereichen eine bessere Ökobilanz. 2024 verbrauchte jede Person in Deutschland durchschnittlich 190 Kilogramm Papier, Pappe und Karton – insgesamt 15,9 Millionen Tonnen. Rund 78 Prozent davon wurden als Altpapier zurückgeführt. Bei der Papierproduktion lag der Altpapieranteil bei rund 84 Prozent. Noch höhere Recyclinganteile sind vor allem bei Zeitschriften-, Büro- und Hygienepapieren möglich. (Quelle: Umweltbundesamt)

So funktioniert Papier-Recycling

Nach der Sammlung wird das Altpapier zunächst in Sortieranlagen zum Großteil maschinell aber auch per Hand nach Papierart und Qualität getrennt. Anschließend wird es in einer Papierfabrik aufbereitet.

Im sogenannten Pulper wird das Altpapier mit Wasser vermischt und zu einem Faserbrei aufgelöst. Dabei werden Fremdstoffe wie Kunststoffe, Heftklammern, Klebeband und andere Störstoffe entfernt. Je nach späterem Verwendungszweck wird der Faserbrei anschließend weiter gereinigt und beispielsweise von Druckfarben befreit.

Die aufbereiteten Papierfasern werden danach zu neuen Papierbahnen verarbeitet: Sie werden auf einem Sieb entwässert, gepresst und getrocknet. Anschließend wird das neue Papier auf große Rollen aufgewickelt und kann wieder zu Produkten wie Zeitungen, Kartons, Verpackungen oder Schreibpapier verarbeitet werden. So wird aus gebrauchtem Papier ein neuer Rohstoff – und der Recyclingkreislauf beginnt von vorn.

Fehlwürfe verschlechtern die Qualität des Recyclingmaterials und erhöhen den Aufwand bei der Sortierung und Aufbereitung. Deshalb ist eine saubere Trennung wichtig, damit möglichst viel Altpapier hochwertig recycelt werden kann.

Was kommt in die Papiertonne?

Altpapier wie Zeitungen, Kartons und Verpackungen sind wertvolle Rohstoffe und sollten deshalb getrennt gesammelt und dem Recycling zugeführt werden. So können wertvolle Fasern wiederverwertet und neue Papierprodukte hergestellt werden.

Ja

  • Bücher
  • Illustrierte
  • Papier
  • Papierverpackungen
  • Kartonagen
  • Werbeprospekte
  • Zeitungen

Nein

  • Aktenordner
  • Backpapier
  • beschichtetes, gewachstes, selbstklebendes Papier
  • Blau-, Durchschreibe- und Kohlepapier
  • Fotos
  • Hygienepapiere
  • Kassenzettel/Thermopapier
  • Küchenpapier, Servietten, Taschentücher
  • Tapetenreste
  • verschmutztes Papier und Pappe, Pappgeschirr
  • Windeln

Papierentsorgung im Landkreis Starnberg

Im Landkreis Starnberg wird Altpapier durch AWISTA-Starnberg eingesammelt und zu einer Sortieranlage gebracht. Von dort aus gelangt das Altpapier in Papierfabriken. Die Papiertonne wird regelmäßig geleert und ist in Kombination mit der Restabfalltonne kostenfrei.
Für größere Mengen stehen auf den Wertstoffhöfen Container und Pressen bereit. Kartons sollten vorher zerkleinert werden.

Altpapier FAQ

1. Was ist Altpapier?

Altpapier sind gebrauchte Papierprodukte, die recycelt werden können, zum Beispiel Zeitungen, Kartons oder Schreibpapier.

2. Darf beschichtetes Papier in die Papiertonne?

Nein, beschichtete oder gewachste Papiere gehören in den Restmüll.

3. Gehören Pizzakartons ins Altpapier?

Nur wenn sie sauber und frei von Essensresten sind. Verdreckt und mit Ölflecken gehören sie in den Restabfall.

4. Gehören Kassenzettel, Bons oder Quittungen ins Altpapier?

Nein, denn sie bestehen aus Thermopapier. Thermopapiere können Farbentwickler wie Bisphenol S enthalten. Dieser steht unter Verdacht, schädlich für Mensch und Umwelt zu sein. Die kritischen Inhaltsstoffe verteilen sich im Altpapier – und anschließend über Recyclingprodukte wie Toilettenpapier zurück zum Verbraucher und in die Umwelt. Auch wenn es bereits farbentwicklerfreie Kassenzettel gibt, diese aber nicht zweifelsfrei erkennbar sind, werden Bons vorsorglich im Restabfall entsorgt.

5. Darf Backpapier in die Papiertonne?

Nein. Backpapier ist ein Beispiel für sogenanntes nassfestes Papier. Durch spezielle Beschichtungen, meist aus Silikon, wird es wasserabweisend und verhindert, dass Teig am Papier klebt. Diese Beschichtungen können jedoch schwer abbaubare Chemikalien enthalten. Die Beschichtung verhindert, dass die Papierfasern für das Recycling herausgelöst werden können.

Backpapier gehört deshalb nicht ins Altpapier, sondern in den Restmüll.

6. Wie entsorge ich Briefumschläge mit und ohne Sichtfenster?

Beide können gleichermaßen ins Altpapier gegeben werden, da die Sichtfenster in der Regel aus Pergamin bestehen. Dieser Stoff stört den Recyclingprozess nicht.

7. Dürfen Versandtaschen mit einer Kunststoff-Polsterung ins Altpapier?

Nein, es sei denn, Papier und Plastik werden voneinander getrennt. Die Kunststoff-Folie gehört dann in den Gelben Sack.

8. Was passiert mit Altpapier nach der Sammlung?

Es wird sortiert, zu Faserbrei verarbeitet und zu neuen Papierprodukten recycelt.

9. Warum ist richtige Trennung so wichtig?

Nur sauberes Papier kann hochwertig recycelt werden und Ressourcen schonen.

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