In den letzten Sitzungen des Verwaltungsrats stellte das Kommunalunternehmen AWISTA-Starnberg seinen Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2025 vor. Neben den wirtschaftlichen Eckdaten präsentierte das Unternehmen eine umfassende Auswertung der Abfallmengen im Landkreis Starnberg und zog Rückschlüsse auf Entwicklungen, Herausforderungen und künftige Zielsetzungen.
Wirtschaftliches Ergebnis: Rückläufige Umsatzerlöse, deutlich höherer Fehlbetrag
Das Geschäftsjahr 2025 schließt mit einer Bilanzsumme in Höhe von 19.345 TEUR ab. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einer Reduzierung um 2.236 TEUR oder 10,36 %, was unter anderem auf den Abbau der liquiden Mittel und der Auflösung von Rückstellungen zurückzuführen ist. Die Eigenkapital-quote stieg um 2,2 Prozentpunkte auf 43,2 %.
Die Umsatzerlöse gingen insgesamt leicht zurück und lagen bei insgesamt 17.142 TEUR – einem Minus von 293 TEUR oder 1,71 % gegenüber dem Geschäftsjahr 2024. Während die Abfallgebühren aufgrund des stetigen Bevölkerungswachstums im Landkreis Starnberg etwas gestiegen sind (+1,5 %), musste AWISTA-Starnberg bei der Vermarktung der eingesammelten Wertstoffe aufgrund von geringeren Verkaufspreisen einen deutlichen Umsatzrückgang in Höhe von -554 TEUR (-16,0 %) hinnehmen.
Der Gesamtumsatz setzt sich zu 81 % aus gebührenpflichtigen Leistungen und zu 19 % aus Erlösen durch die Vermarktung von Papier, Metallen, Kartonagen und anderen Wertstoffen zusammen.
Insgesamt weist das Kommunalunternehmen für das Geschäftsjahr 2025 einen Jahresfehlbetrag von -492 TEUR aus. Dieser resultiert im Wesentlichen aus negativen Ergebnissen im Bereich der dualen Systeme und anderen kleineren Sachverhalten. Auch der gebührenpflichtige Bereich konnte nicht mehr kostendeckend geführt werden, ein ausgeglichenes Ergebnis konnte nur durch die Auflösung von Rückstellungen für Kostendeckung erreicht werden. Aus diesem Grund war eine deutliche Abfallgebührenerhöhung zum 1. Januar 2026 gemäß dem Kommunalabgabengesetz (KAG) unvermeidlich.
Abfallentwicklung: Weniger Abfall, weiterhin hohe Verwertungsquote
Im Landkreis Starnberg wurden 2025 insgesamt 68.736 Tonnen Abfall erfasst – rund 3.571 Tonnen bzw. 4,9 % weniger als im Vorjahr (72.307 Tonnen). Rund 54 % der Menge (37.245 t) wurden im Holsystem an den Haushalten eingesammelt, die übrigen rund 46 % (31.491 t) von den Bürgerinnen und Bürgern selbst an den Wertstoffhöfen angeliefert. Das ist ein Pro-Kopf-Aufkommen von 493 kg Abfall im Jahr.
Mit einer Verwertungsquote von 70,3 % (Vorjahr: 71,3 %) liegt der Landkreis weiterhin deutlich über dem bayernweiten Durchschnitt von 66,5 % für Haushaltsabfälle.
Ein detaillierter Blick auf die einzelnen Abfallfraktionen zeigt folgende Entwicklungen:
Restmüll: 108 kg pro Kopf – Ziel bleibt Reduzierung
2025 wurden 15.080 Tonnen Restmüll gesammelt, trotz leichtem Wachstum der Einwohnerzahlen ist dies ein Rückgang um 1,8 % gegenüber dem Vorjahr. Pro Kopf entspricht dies rund 108 Kilogramm und liegt damit rund 17 % unter dem bayerischen Durchschnitt. AWISTA-Starnberg wertet die rückläufige Entwicklung als grundsätzlich positiv, sieht darin jedoch noch keinen gesicherten Trend. Ziel bleibt die stetige Aufklärung der Bürgerinnen und Bürger damit eine konsequente Trennung verwertbarer Abfälle bereits im Haushalt passiert, damit möglichst wenige Wertstoffe im Restmüll landen.
Bioabfall: 71 kg pro Kopf – Richtig trennen statt in den Restmüll
Mit 9.910 Tonnen sank die Bioabfallmenge um 8,7 % gegenüber 2024. Grüngut- und Gartenabfälle gehören nur in kleinen Mengen in die Biotonne – größere Mengen an Gartenabfälle, sollen über die Wertstoffhöfe, die Grüngutannahmestelle oder direkt an der Kompostieranlage in Hadorf entsorgt werden. AWISTA-Starnberg erinnert die Bürgerinnen und Bürger vor allem daran, dass organische Küchenabfälle – etwa alte Lebensmittel, Speisereste sowie Fleisch und Fisch – in die Biotonne und nicht in den Restmüll gehören.
Grüngut: 83 kg pro Kopf – witterungsbedingter Rückgang
Die Grüngutmenge sank 2025 um 12,5 % auf 11.571 Tonnen. Hier sieht das Unternehmen die Ursache in erster Linie in der Normalisierung der Witterungsverhältnisse und dem damit verbundenen Pflanzenwachstum nach dem außergewöhnlich niederschlagsreichen und dadurch vegetationsreichen Vorjahr; die Mengen bewegen sich im üblichen Schwankungsbereich der vergangenen Jahre.
Papier, Pappe, Kartonagen: Anhaltend rückläufiger Trend
Die Menge an Altpapier ging 2025 um 5,5 % auf 9.782 Tonnen zurück. AWISTA-Starnberg führt dies auf den bundesweit anhaltenden Rückgang des klassischen Papierverbrauchs sowie den wachsenden Online- und Versandhandel zurück, der die Zusammensetzung der Fraktion zunehmend hin zu Verpackungskartonagen verschiebt.
Leichtverpackungen: Rückgang im bayernweiten Trend
Im Gelben Sack wurden 4.068 Tonnen Leichtverpackungen erfasst, ein Minus von 3,7 %. Die Entwicklung spiegelt nach Einschätzung des Kommunalunternehmens einen bayernweiten Trend wider und ist kein lokales Phänomen.
Wertstoffinseln: Rückgang bei Glas, deutlicher Zuwachs bei Alttextilien
An den 120 Wertstoffinseln wurden 4.020 Tonnen Altglas gesammelt (-2,4 %). Bei den Alttextilien verzeichnete AWISTA-Starnberg dagegen mit 720 Tonnen einen Anstieg um 22 % bzw. rund 130 Tonnen. Das Unternehmen führt dies vor allem auf die seit 1. Januar 2025 geltende Pflicht zur getrennten Sammlung von Textilabfällen sowie auf den Rückzug gewerblicher und gemeinnütziger Sammelcontainer zurück, wodurch zusätzliche Mengen in die kommunale Sammlung gelangten. Zunehmend stellt AWISTA-Starnberg eine Vermüllung an den Wertstoffinseln fest: An einzelnen neuralgischen Standorten im Landkreis kommt das Kommunalunternehmen trotz regelmäßiger Reinigung kaum noch hinterher, die Bereiche sauber zu halten. AWISTA-Starnberg appelliert daher an die Bürgerinnen und Bürger, an den Wertstoffinseln ausschließlich die dort zulässigen Abfälle – Glas und Alttextilien – abzugeben. Sind die Container voll, sollten die Abfälle wieder mitgenommen oder an einer anderen Wertstoffinsel entsorgt werden, anstatt sie danebenzustellen.
Wertstoffhöfe: Zuwächse bei Sperrmüll und Metallen, hoher Rücklauf an Elektrogeräten
Über die Wertstoffhöfe wurden 2.955 Tonnen Sperrmüll (+5,6 %) sowie 1.402 Tonnen Elektro- und Elektronikaltgeräte (-3,3 %) erfasst; Letztere liegen mit rund 10 kg pro Kopf weiterhin deutlich über dem bayerischen Schnitt. Zudem steigt die Zahl ausgedienter und entsorgter Photovoltaikmodule. Die Altmetallmengen stiegen um 8,2 % auf 1.328 Tonnen, unter anderem durch die Neuausschreibung der Verwertung 2025. Bei Bauschutt (1.892 t, -6,5 %) macht sich aus Sicht des Unternehmens vor allem die verstärkte Eingangskontrolle an den Wertstoffhöfen bemerkbar, mit der teurer zu entsorgender belasteter Bauschutt reduziert werden soll. Die Menge an Asbest und Mineralwolle stieg auf 336 Tonnen (+18,7 %); diese Schwankungen hängen maßgeblich von Renovierungs- und Umbauaktivitäten im Landkreis ab.
Zukunftsausblick: Gebührenanpassung, mehr Abfallvermeidung und bessere Trennung
Vor dem Hintergrund der zum 1. Januar 2026 notwendig gewordenen Abfallgebührenerhöhung will das Kommunalunternehmen in den kommenden Jahren noch gezielter auf Abfallvermeidung setzen: Mit den Tausch- und Verschenkmärkten, online unter www.awista-verschenkmarkt.de, sowie an den Wertstoffhöfen in Berg, Gilching, Inning, Seefeld und Wörthsee, dem Reparaturbonus und dem Mehrwegzuschuss, stehen den Bürgerinnen und Bürgern bereits heute verschiedene Angebote zur Verfügung, die AWISTA-Starnberg künftig noch stärker in den Fokus rücken wird.
Auch bei der Trennung besteht laut AWISTA-Starnberg weiterhin Potenzial: Nach wie vor landen zahlreiche Wertstoffe im Restmüll, die dort nicht hingehören und dem Wertstoffkreislauf dauerhaft verloren gehen. Um die Trennung im Landkreis weiter zu verbessern, hat AWISTA-Starnberg seine Trennlisten überarbeitet und aktualisiert – sie stehen in 14 Sprachen auf der Website zur Verfügung.
Zudem geht in Kürze ein neuer Webauftritt des Kommunalunternehmens unter www.awista-starnberg.de an den Start. Ziel ist es, die Nutzerfreundlichkeit deutlich zu verbessern und den Bürgerinnen und Bürgern einen zeitgemäßen, übersichtlichen Zugang zu den Dienstleistungen und Informationen von AWISTA-Starnberg zu bieten. Die neue Website orientiert sich stärker an den tatsächlichen Informationsbedürfnissen der Nutzerinnen und Nutzer und soll künftig weniger als reine Unternehmensseite, sondern vor allem als Informations- und Serviceangebot für die Bürgerinnen und Bürger im Landkreis wahrgenommen werden.